02.10.2019 Michael Mauthner

Kürbiskernöl – das „Grüne Gold“ aus dem Schilcherland

Der Ölkürbis: regional, hochwertig und echt steirisch. In der steirischen ÖLMÜHLE HAMLITSCH in Deutschlandsberg presst man seit Generationen feines Kürbiskernöl in Bio-Qualität. Das schmeckt mehrfach „ausgezeichnet“ auf der Steirischen Ölspur.


Die Liste der Auszeichnungen ist lang, sehr lang. Da kommt man eine ganze Weile aus dem Staunen nicht mehr heraus. Seit dem Jahr 2000 heimst die kleine steirische Ölmühle Hamlitsch Preise ein, wird für ihre ehrliche Arbeit prämiert, 20 Mal in Folge. „Darauf sind wir auch stolz“, sagt Guntram Hamlitsch. Zu Recht. Der Familienbetrieb investiert viel Zeit und Liebe in die Schulung der Mitarbeiter und pflegt gute Kontakte zu den Landwirten aus der Umgebung. „Mit unseren Kernlieferanten arbeiten wir seit Jahrzehnten zusammen. Da kennen wir die Ware und da ist viel Vertrauen da“, so Hamlitsch. „Und ohne unsere Mitarbeiter, die mit viel Elan mitmachen, wäre der Erfolg nicht möglich.“

FINGERSPITZENGEFÜHL BEWEISEN
Auszeichnungen sind gut und schön. Aber Hamlitsch geht es um die kontinuierliche Qualität seines Kürbiskernöls. Und dafür braucht es viel Zeit und Liebe, die in die Herstellung gesteckt werden. Das traditionelle Verfahren, das schon Hamlitschs Vater und der wiederum von seinem Vater übernommen hat, macht da den großen Unterschied. Zusammen mit moderner Technik – die Ölmühle wurde 2007 komplett neu errichtet – und dem Fingerspitzengefühl des Pressmeisters entsteht das „grüne Gold“. Gepresst wird nur nach Bedarf, das Kürbiskernöl ist immer frisch –das schmeckt man.
 

AUF DEN GESCHMACK KOMMEN
Bis vor 20 Jahren war Kürbiskernöl eben Kürbiskernöl, kaum jemand schenkte ihm Beachtung. Es wurde über Salat gegossen und gerne gegessen. Das war’s. Die vielen kleinen Ölmühlen in der Steiermark waren Einzelkämpfer und wussten noch nicht, dass sie auf „grünem Gold“ saßen. Doch dann schaute man sich von den Olivenöl-Verkostungen etwas ab. Der Gaumen wurde geschult, Köche kamen auf den Geschmack, die Spitzengastronomie begann damit zu experimentieren. Bald war Kürbiskernöl in aller Munde. Und auch außerhalb der Steiermark bekannt. „Wir wussten auf einmal, dass wir etwas Besonderes hatten“, so Hamlitsch.
 

AUF BIO-QUALITÄT SETZEN
Die Ölmühle Hamlitsch war eine der ersten, die beim Kürbiskernöl auf Bio-Qualität setzten. „Es gelang uns, unsere Bio-Bauern zu überzeugen, sich der zusätzlichen Kontrolle zu unterziehen“, so Hamlitsch. Der kleine Hinweis „ggA“ ist in diesem Fall das Zauberwort, das für hohe Qualität bürgt. Die drei Buchstaben bedeuten, dass steirisches Kürbiskernöl in heimischen Ölmühlen nach traditionellem Herstellungsverfahren zu reinem Kürbiskernöl gepresst wird. „Schonend gepresst“, sagt Hamlitsch, der weiß, worauf es ankommt. Durch die gute Zusammenarbeit mit den Betrieben aus der Region entstanden bald auch weitere Spezialitäten: Knabberkerne und Kürbis-Schokolade, um nur zwei Beispiele zu nennen. Mit Kürbiskernöl lässt sich eben vieles verfeinern. Steirische Eierspeise oder Vanilleeis mit Kernöl treffen den Geschmack unserer Zeit. Doch bei aller Experimentierfreudigkeit bevorzugt Guntram Hamlitsch den Klassiker: Salat mit Kernöl, mit Apfelessig angemacht. Alles andere stiehlt dem Öl die Show. Und er muss es ja wissen.
Übrigens: Das Schilcherland Steiermark beheimatet auch eine Vielzahl an Bio-Nächtigungsbetrieben. Hineinschauen lohnt sich!
Alle Informationen zu unseren regionalen Ölmühlen, Verkaufsstellen und Landwirtschaftlichen Betrieben finden Sie HIER